Diamanten als Wertanlage

Anmerkung

Gemäß gängiger Praxis bei Wertanlagen impliziert jede Form der Geldanlage eine entsprechende Rendite! Je nach Risikobereitschaft kann die Erwartungshaltung unterschiedlich ausfallen; nur eine Rendite wird je nach Zeithorizont immer erwartet. Im Bereich der Diamanten ist die Sache etwas komplizierter.

Die Praxis

Es ist zur Unsitte gewisser Anbieter geworden, jeden Diamanten (hier vornehmlich Brillanten) als Wertanlage anzupreisen. Hauptsache er hat ein Zertifikat (siehe: 5. "C"). Geworben wird mit überragenden Gewinnaussichten und sogar mit Rücknahme zum gestiegenen Preis - versuchen Sie es nur nicht beim zweiten Mal, wenn Sie größer "eingestiegen" sind; der erste Versuch hat ja scheinbar so gewinnbringend geklappt.

Die angebotenen Steine beginnen hier in der Größenordnung von 0.20 ct. Der Grund ist einfach : Laborexpertisen bekommt man erst ab dieser Größe (z.B. "IGI"). Und ohne Expertise keine Verkaufschance!

Vor allen Dingen: Bekommen Sie keinen Schock, wenn Sie Vergleichspreise beim etablierten Juwelier erfragen - die könnten zu allem Überfluss viel niedriger sein!

Die Realität

Es gibt sie wirklich : Diamanten als Wertanlage!

Mit den gängigen, am Markt vertretenen Größen und Qualitäten haben diese nur wenig gemein. Leider schon gar nicht den Preis!

Die Natur hat mit dem Diamanten etwas einzigartiges geschaffen und sie läßt sich diese Schöpfung nur unter enormen Aufwand entreißen. Von allen weltweit geförderten Diamanten haben dabei nur 15 bis 20% Schmucksteinqualität, wobei die große Masse sich im unteren Qualitätsbereich ansiedelt. Für Serienschmuckproduzenten ist dennoch genug Material vorhanden. Größere Einzelkristalle, zudem in guter Reinheit und Farbe, sind nicht so häufig zu finden. Berücksichtigt man noch einen Materialverlust beim Schleifen von bis zu 60%, läßt sich erahnen, warum geschliffene Steine über 1 ct zunehmend seltener werden. Somit steigt mit zunehmender Seltenheit in der Kombination der 4 "C" auch der Wert.

Bereits unter dem Aspekt der Wertsicherung (Steine mit exelentem Schliff und Proportionen bei Hochfeinem oder Feinem Weiß mit hoher Reinheit ab o.25 / o.30 ct Größe) kommt zu der Freude, sich mit einem schönen Stück schmücken zu können auch eine Wertstabilität, die rückblickend betrachtet, z.B. in einem 10-jahres Zeitraum, eher steigend ist.

Ab welcher Steinqualität/Größe nun der Bereich Wertsicherung in Richtung Wertanlage überschritten wird, kann nicht genau definiert werden.

Zwei Fakten sollten in diesem Zusammenhang allerdings nicht aus den Augen verloren werden:

1. Mit zunehmender Größe werden Diamanten immer seltener. Ein Einkaräter mag in Top-Qualität und Ausführung ja interessant sein; seltener sind aber nunmal zwangsläufig größere Steine. Das Beispiel aktuell bei 5-Karätern zeigt, das gar nicht genug Material am Markt ist, wie nachgefragt wird. Und größere naturfarbene Diamanten (z.B. blau + rosa) spielen seit jeher in einer eigenen Liga!

2. Für einen etwaigen Verkauf eines Diamanten von Privat gibt es keinen geregelten Markt. Ausschließlich große, seltene (und leider auch teure) Steine werden international über Auktionen veräußert. Über einen längeren Zeitraum in Privatbesitz ist hier eine Wertsteigerung überaus wahrscheinlich.