Fortsetzung - Teil II

Künstliche Farbveränderung

HPHT = High Pressure - High Temperature

Der HPHT-Prozess dupliziert hierbei keinen physikalisch-chemischen Entwicklungsprozess von Diamanten - er simuliert diesen. Gitter- störungen, die für gelbe und braune Kristalle verantwortlich sind, werden durch Druck und Hitze irreversibel reduziert und reorganisiert. Diese Reorganisation der Atomstruktur mit Bindungen eines jeden Graphit-Atoms zu vier anderen Graphit-Atomen erzeugt die ideale Tetraeder- oder Oktaeder-Struktur und hinterläßt als Ergebnis Kristalle mit deutlich höheren Farbgraden (z.T. sogar bis zu hochfeinem Weiß+(River D)). Bei den verwendeten Steinen handelt es sich dabei in der Mehrzahl um Fantasieschliffe zwischen 1-3 Carat.

Bisherige künstliche Farbveränderungen bei Diamanten erfolgten durch Methoden unterschiedlicher Bestrahlungsarten (Alpha-Teilchen / Elektronen / Neutronen / Deuteronen oder Protonen) mit z.T. nachfolgender Erhitzung. Diese Verfahren riefen Veränderungen in den äußersten Schichten des Kristalles (Teildeformation der Atombindungen) hervor und schufen damit veränderte Bedingungen der Licht- brechung. Die in 1999 erstmals zur Verfügung stehende HPHT-Technologie ist dagegen ein revolutionärer Schritt. Die Veränderungen erfolgen hier in der Atomstruktur des gesamten Kristalls! Zum besseren Verständnis muß kurz auf die Einstufung der verschiedenen Typen von Diamanten eingegangen werden sowie der daraus resultierenden Verwendungsmöglichkeiten:

Der Hauptunterschied liegt in den Stickstoffgehalten und daraus resultierenden Unter- schieden bei Absorptionsspektren sowie Durchlässigkeit von ultravioletten Licht. Diamanten vom Typ I sind hierbei Steine mit Stickstoffgehalt (Typ I a = 10-30000 ppm / Typ I b = 25-50 ppm // ppm = Stickstoffatome pro 1 Million Graphit-Atome) und für Anwendung des HPHT-Verfahrens ungeeignet.

Diamanten vom TYP II zeigen keinen Stickstoff (wie auch Bor) und sind als Typ II a (kleiner 10 ppm / Typ II b = 0 ppm) das Basismaterial des HPHT-Verfahrens. Diese Kristalle liegen häufig im oberen Farbgradbereich ; können jedoch durch Gitterstörungen im Wachstumsprozess auch gelblich-braune, braune sowie rosa Färbungen zeigen.