Aktuelle Aus- und Einblicke zum Diamantmarkt

(Stand 01/2012)

Währungssituation:

Der Euro scheint momentan gegenüber dem Dollar unter Druck zu geraten. Entscheidungen bei Investoren werden hier zwar mehr zwischen Pest und Cholera getroffen, doch hilft dies z.Zt. eher dem Dollar. Zarten Wachstumspflänzchen am Arbeitsmarkt in Amerika sei Dank, dass der weiter wachsende Schuldenstand und die unwürdige Kandidatenkür mit Einblicken in deren Politik- und Wirtschaftsverständnis keine Beachtung finden.

Wir gehen dennoch davon aus, dass spätestens zur Mitte des Jahres die Diskussion um den Euro nachlassen wird, die Sparanstrengen nach und nach Wirkung zeigen werden, sowie unter Mithilfe der EZB neue Staatsanleihen zu moderateren Zinsen wieder ihre Abnehmer finden. Spätestens dann sollte sich die Relation zum Dollar wieder etwas verschieben.

Momentan ist eher noch etwas Luft nach unten. Damit fällt leider eine Kompensation der erhöhten ct-Preise zunehmend schwächer aus. Wenn auch bei bestimmten Größenklassen (vor allem bei Kleinware) die extremen Steigerungen etwas zurückgekommen sind, fällt hier die Dämpfung nun leider nicht mehr ins Gewicht.

Nachfragesituation:

Die Londoner Diamantenkonferenz kam im Frühjahr 2008 noch zu dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach Diamanten am Schmuckmarkt das Angebot zunehmend übersteigen wird. In den nächsten drei bis fünf Jahren würde nach Schätzung der Experten der Ausstoß an Diamanten zurückgehen. Die zehn marktführenden Gesellschaften (mit 2/3-Anteil am Diamantmarkt) erwarteten daher auch zu diesem Zeitpunkt keine zurückgehenden Preise. Vor allem bei großen und hochwertigen Steinen wurde noch deutliches Aufwärtspotential gesehen.

Die Turbulenzen von Ende 2008 bis Mitte 2009 haben einige Verwerfungen mit sich gebracht. Mit Erholung der Weltwirtschaft haben sich, allerdings schneller als erwartet, sämtliche Preise wieder auf Vorkrisenniveau oder darüber erholt.

2010 / 2011: Die Nachfrage nach Diamanten hat sich international stabilisiert. In einzelnen Steinklassen hat die Nachfrage markant angezogen und hat Vorkrisenniveau erreicht, bzw. schon deutlich überschritten. Das Steigerungspotenzial für den Diamantmarkt liegt hier weiterhin vor allem in der rasanten Erholung und zunehmend stärkeren Gewichtung von Ländern wie Indien, China, Brasilien, Russland, Arabien etc. und deren Rückkehr, bzw. stark zunehmenden Nachfrage als Abnehmer größerer und großer Steine. Europa spielt hier nach wie vor faktisch keine Rolle. Einzig Amerika ist im breiten Markt noch schwach, was weiterhin einem sehr zurückhaltenden Konsumverhalten geschuldet ist. An einem weiteren Anstieg der ct-Preise besteht nach heutiger Sicht dennoch kein Zweifel.

Produktion / Preise:

Der Diamantmarkt bewegt sich nach Meinung vieler Experten auf eine Angebotslücke zu. Grundsätzlich wurden in den letzten 20 Jahren praktisch kaum nennenswerte Vorkommen entdeckt und die alten Minen immer schneller ausgebeutet. Teure Minen wurden u.a. in 2009 geschlossen und nach und nach die Rohdiamantenpreise angehoben. Im Zuge der Krise mußten damit auch viele Schleifer in Indien aufgeben, welche traditionell den Weltmarkt mit kleinen geschliffenen Steinen versorgen. Aktuell sorgt dies selbst in diesem Steinsegment (in Deutschland) seit Herbst letzten Jahres für markante Preissteigerungen von bis zu 60% bei der Rohware. Nach letzten Meldungen vom März wurden von der DTC (Diamond Trading Company / DeBeers) auch die Preise der Rohware bei 1 und 2-Karäter im oberen einstelligen Bereich angehoben, was sich z.Zt. in anziehenden Preisen für die geschliffene Ware zeigt. Zudem ergibt sich am Markt für geschliffene Kleinbrillanten das Problem, dass die (nach wie vor auf den ersten Blick) kostengünstige Ware im Si-Bereich ausschließlich nur mit schlechter Schliffausführung erhältlich ist sowie die Reinheitseinstufung "Si" mittlerweile eigentlich nur noch Si3 / Piqué1 entspricht. Will man gute Ware mit einem wirklichen "Si", bleibt nur noch die chinesische Ware mit einem Aufpreis von fast 50%. Ähnlich zieht sich dieses Qualitätsproblem auch bei den anderen Reinheitsklassen bis hin zu LR/VVS-Ware durch. Es deutet sich zwar an, dass dieser Aufschlag sich etwas abbaut. Von Entspannung kann aber keine Rede sein.

Produzenten (Länder / Firmen - aus 2009)

Der Großteil von 24,6 Prozent stammt aus Botswana gefolgt von Russland (17,5 Prozent), Südafrika (11,9 Prozent), dann Angola, Kanada, Kongo, Namibia und Australien. Diamantenproduzenten sind an erster Stelle De Beers (43,1 Prozent), die russische Alrosa (17,5 Prozent), Rio Tinto (7,6 Prozent) und BHP Billiton (3,8 Prozent).