Aber selbst unter der Vielzahl von Laborexpertisen gilt:

Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat!

Im Zuge der Suche nach einheitlichen Normen für die Diamant- graduierung wurde 1935 in Amerika das Gem Trade Laboratory (GTL) durch das Gemmological Institute of America (GIA) gegründet und entwickelte das erste Graduiersystem der Welt. Dieses wurde Mitte der fünfziger Jahre offiziell eingeführt. In der Folge kamen viele weitere nationale Systeme (u.a. in Europa) hinzu, so dass es notwen- dig wurde, vereinheitlichende Richtlinien zu finden - zumal kommer- zielle Aspekte nicht selten im Vordergrund standen! Im wesentlichen bildeten sich so drei Organisationen heraus, denen unter Anwendung ihrer Nomenklaturen die meisten Labore zugeordnet werden können. Diese sind:

GIA (Gemmological Institute of America)

- GTL (Gem Trade Lab) - USA

- Gübelin - Schweiz

IDC (International Diamond Council) Zusammenschluß von

Diamantbörsen und Diamantschleifern

- HRD (Hoge Raad voor Diamant / Belgien)

- DPL (Diamant Prüflabor / Deutschland)

CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants, Perles et Pierres) gegr. 1961 - 19 Mitgliedsländer)

- DDI (Deutsches Diamant Institut / Deutschland)

- EGL (European Gemmological Institute)

Von den sonstigen Laboren, die nach eigenen Nomenklaturen arbeiten, darf hier das IGI (International Gemmological Institute) mit Sitz in Antwerpen und New York nicht unerwähnt bleiben. Es ist eines der wenigen kommerziell arbeitenden Labore und beginnt bei Zertifikaten bereits mit einem Steingewicht von 0,20 ct.

Wesentliche Unterschiede in den Nomenklaturen dieser drei Organi- sationen finden sich vor allem in der Bewertung (oder Nichtbe- wertung) der Proportionen, Einschlußgrößen (ab wann zu bewerten?) sowie der unterschiedlichen Sichtweise von äußeren Merkmalen und deren Berücksichtigung bei der Bewertung der Reinheit.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass einerseits das GIA an den Proportionen des "Tolkowsky-Diamanten" als ideale Proportionen festhält, andererseits aber Amerika auch Mitglied in der CIBJO ist, und deren Vorgaben seit 1979 schon längst ratifiziert haben müsste! Dort richten sich die Vorgaben in Sachen Proportion allerdings nach dem "Feinschliff der Praxis" von Eppler/1939.

Obwohl also eine Vereinheitlichung auf eine Nomenklatur weltweit wünschenswert wäre, zeigen sich eben hier spezifische Unterschiede, die international im Handel mit zertifizierten Steinen eine deutlich unterschiedliche Wertigkeit mit sich bringen kann.

Vor allen Dingen der Bereich "Lupenrein / VVS" sowie bei der Bewertung "sehr guter" Proportionen kann es hier zu markanten Preisunterschieden bei unterschiedlichen Zertifikaten kommen. Diese zu kennen, sollte bei einer umfassenden Beratung gerade in diesem höherwertigen Bereich selbstverständlich sein.

Dennoch gilt nach wie vor:

Hat ein seriöser Fachmann (Juwelier) die entsprechenden Kenntnisse, muß nicht jeder Stein eine Labor-Expertise besitzen! Schließlich werden über diese deutlich höhere Preise nötig und gerechtfertigt. Ein wenig Vertrauen mag zwar nötig erscheinen, doch aus der Vielzahl möglicher Steine bietet er bei kontrollierter Qualität den passendsten Stein.

Und ohne Plastikhülle eines eingeschweißten Steines ist dieser jederzeit in seiner Schönheit auch für den Kunden sichtbar.

Zertifikate

Der Diamant ist heute der am exaktesten zu bestimmende Edelstein der Welt.Sämtliche identitätssichernde Details der "4C" sind präzise vorgegeben, bzw. werden in ihren Bandbreiten abgestuft gewertet und in Expertisen (Zertifikaten) von unabhängigen Laboren bei Steinen über 0,47 ct ausgewiesen. Diese normierten Bestimmungen, Bezeichnungen und Hilfsmittel unter Wahrung der Anonymität und der Unabhängigkeit gegenüber Auftraggebern sichert so ein hohes Maß an Objektivität und Qualität.

Zertifikate zur

Vergrößerung auswählen

______________________________________________________

Angebote: Zertifikatssteine