Das fünfte "C": Vertrauen
Eines vorweg: Anbieter von Schmuck, speziell Diamantschmuck, gibt es fast schon wie "Sand am Meer" - vom klassischen Versender, über Einzelhandelskonzerne, Goldschmiede, dem traditionellen Juwelier bis hin zum Juwelier im Luxussegment. Bei losen Diamanten, hier speziell im Brillantbereich, wird die Zahl der Anbieter schon drastisch weniger. Verwundern kann dies nicht.
Schließlich ist der Diamant der am weitesten erforschte Edelstein mit einem äußerst umfangreichen wissenschaftlichen Anspruch. Allein die Anzahl von Fachliteratur und sich verändernde Grundlagen in Graduierungsfragen verlangt von einem kompetenten Anbieter, sich stets weiterzubilden, seine eigenen Graduierungstechniken und -gewohnheiten stets zu hinterfragen (will er nicht "Betriebsblind" werden), sowie den Markt der großen Handelsplätze (z.B. Antwerpen) in Bezug auf Preisentwicklungen zu beobachten.
Gleichwohl tummeln sich im Markt zahllose Anbieter, die sich das zu Nutze machen, was für den Verbraucher die Schwierigkeit ist: Sie benutzen zertifizierte und eingeschweißte Steine mit Zertifikaten unterschiedlichster Herkunft. Diese sollen dem Verbraucher die Sicherheit gewähren, nicht nur einen echten, sondern auch einen besonders "schönen" Stein erworben zu haben. Das nötige Fachwissen bringt der Kunde schließlich nicht mit. Die Frage ist: In wieweit haben dieses Fachwissen so manche Anbieter?
Wir haben uns mit den vorherigen Ausführungen über die 4 "C" (Gewicht / Farbe / Reinheit + Schliff) daher etwas mehr Mühe gemacht, ein wenig mehr Details in Sachen Diamant / Brillant darzustellen, sowie deren Auswirkungen auf die Graduierung und letztlich auch Preisfindung.
Grundsätzlich sei festgehalten:
* Der Endpreis für einen Stein hängt leider von sehr vielen, z.T. kleinsten Faktoren ab. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, gibt es keine identischen Steine. Selbst wenn es "nur" feinste Unterschiede im Schliff sind.
* Bei losen Steinen gleicher Qualitäten sind die ct-Preise in einer bestimmten Bandbreite - den sogenannten "Dumpingstein" gibt es nicht. Warum sind wohl die meisten "Angebote" praktisch ausschließlich im verarbeiteten Zustand zu finden - denn wer läßt diese Steine schon ausfassen und nachgraduieren?
Eine kleine Anregung : Probieren Sie doch einmal, einen vergleichbaren Stein wie im "Angebot" vom Anbieter zu gleichen Konditionen als losen Stein zu bekommen - Sie werden überrascht über den dann höheren Preis sein!
* Wer lose Steine (nicht eingeschweißt) als Einzelhändler zum Verkauf anbietet, muß jederzeit damit rechnen, daß diese gegengeprüft werden könnten. Eine Firma, die langjährig - mehrere Generationen wie in unserem Fall - im "Geschäft" ist und einen entsprechenden Stammkundenkreis hat, überlegt sich sehr genau, welche Qualitäten zu welchem Preis sie anbieten kann.
* Zertifizierte Steine sind grundsätzlich nicht verkehrt. Nur sollte der Anbieter dem Kunden auch die unterschiedliche Wertigkeit des jeweiligen Zertiifikates zu anderen im Vergleich erkären - genauso wie dadurch entstehende Preisunterschiede. Ein eingeschweißter Stein ist nicht nachgraduierbar - man muß die angegebenen Daten hinsichtlich der Proportionen schon genau kennen, um selbst bei einem "sehr gut" bewerteten Stein am Ende keine Überraschung zu erleben.
Als Fachgeschäft mit langer Tradition leben wir von unseren Kunden. Ist er zufrieden, kommt er gerne wieder. Nur unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung funktioniert das nicht. Im Bereich der Diamanten verdienen auch wir (und unsere Mitarbeiter) u.a. unser Geld. Es ist aber keine Frage, daß wir immer bemüht sind, den jeweils besten Stein für unseren Kunden zu finden - egal um welchen Qualitätsbereich es geht und welche Preisvorstellung der Kunde hat. Nur zaubern können auch wir nicht!