Farbe
Die einzelnen Farben und Farbabstufungen wurden erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein System gebracht. Dieses wurde über die Jahrzehnte mehrfach überarbeitet und verändert wie auch einzelne Länder eigene Vorstellungen umsetzen wollten. Die heute gültige Farbvergleichstabelle gemäß CIBJO, GIA und IDC gilt seit 1979.
Im Gegensatz zu den naturfarbenen Diamanten (fancy colours - pink, blau, grün, orange, canary) kommen in der Natur Diamanten mit einer leichten bis stärkeren Gelbfärbung weitaus am häufigsten vor. Diese zusammen mit den farblosen Diamanten sind in erster Linie gemeint, wenn von der kommerziellen Farbgraduierung gesprochen wird.
Als Grundlage der Farbgraduierung dient ein genormter Farbvergleichssatz ("Gelbreihe"), der alle Farbstufen der Gelbreihe repräsentieren soll. Die Übergänge sind hierbei fließend, da Mutter Natur keine schematische Farbabgrenzung zuläßt.
Eine exakte Farbgraduierung läßt sich hierbei nur unter der Berücksichtigung von bestimmten Faktoren vornehmen: Tageslicht-ähnliche Lichtquelle - Leuchtstoffröhren mit 5000 - 5500°Kelvin / ein genormter Farbvergleichsatz / eine farbneutrale Umgebung / Papierfalz und Arbeitsunterlage in genormten Weiß / Fähigkeit und Erfahrung im Graduieren / Lage des Brillanten beim Graduieren .
Neben zahlreichen Farbmessgeräten auf Basis fotometrischer Messungen hat sich das menschliche Auge als das beste und unbestechlichste "Instrument" erwiesen. Mechanische Geräte erreichen mittlerweile zwar ähnlich genaue Ergebnisse und werden gerne ergänzend verwendet - in der Breite der Einsatzmöglichkeitenist das Auge nach wie vor überlegen.
Im Hinblick auf die feinen Farbunterschiede - und somit einhergehend entsprechende Preisunterschiede - ist eine qualifizierte Graduierung der Farbe nur an losen Diamanten durchführbar und reproduzierbar.