Schliff / Cut

Die Schönheit eines Diamanten im Brillantschliff liegt generell in seinen optischen Eigenschaften begründet. Vor allem die hohe Lichtbrechung und Farbzerstreuung unter Einhaltung der entsprechenden Winkelmaße (Brechungsgesetze) bringen die sogenannte Totalreflexion hervor, welche die Innenbrillanz bildet.

Neben zahlreichen Phantasieschlifformen soll im folgenden vom Feinschliff der Praxis die Rede sein: dem Brillanten.

"Totalreflexion" zu "dick" zu "flach"

Dies bedeutet, dass ideal proportionierte Steine die beste "Brillanz" entwickeln ; davon abweichende (auf Gewicht geschliffene z.B.) hier aber deutliche optische Einbußen haben können.

Demzufolge wäre es naheliegend, neben der Schliffausführung auch die Proportionen zu bewerten. Mit Ratifizierung der CIBJO-Bestimmungen von 1979 sollten dagegen fortan Proportionen nicht mehr bewertet, sondern nur noch als Werte festgehalten.

Symmetrie- und Politurmerkmale werden unter "Finish" zusammengefasst und von sehr gut bis gering bewertet. Das IDC (Intern. Diamond Council) und seine ihm angeschlossenen Labore (z.B.HRD) hat sich damals dieser Vorgehensweise nicht angeschlossen und bewertet auch weiterhin die Proportionen. Heute ist es durchgängig international üblicher Brauch, diese Bewertung gemäß der aktuellen Grenzwerte vorzunehmen. Da ein sehr gut proportionierter Brillant einen größeren Gewichtsverlust verursacht als ein "auf Gewicht" geschliffener, lag und liegt desser Wert immer deutlich höher.

Im Ergebnis hat es viele Handelskonzerne wie auch zweifelhafte Anbieter mit phantasievollen Zertifikaten in den Markt gebracht, die gerne z.B. von "modernen Feinschliffen" reden : demzufolge würde gemäß Graduierung der Terminus ungenügende Proportionen immer noch einem modernen Feinschliff entsprechen. Das diese Steine allerdings markante Einbußen bei der Brillanz haben und zudem immer im gefassten Zustand (nie lose) angeboten werden, wird dabei gerne verschwiegen! Bei einem Einkaräter würde dies allein unter diesem Aspekt Preisunterschiede von bis zu 20% bedeuten. In wie weit sich das für einen "toten" Stein rechnet, muss jeder für sich beantworten. Immerhin kosten auch diese Steine ein paar tausend Euro!

Ein geschulter und geübter Fachmann ist immer in der Lage, seinen Kunden die entsprechenden Schliffunterschiede zu erklären und zu zeigen. Die Erfahrung zeigt : hat der Kunde den optischen Vergleich, wählt er subjektiv immer den einwandfreien Stein.