Die 4 “C” der Diamantengraduierung

Wir haben uns bemüht, Ihnen nachfolgend möglichst umfassende, detaillierte und seriöse Informationen zu den Grundlagen der Diamantengraduierung und rund um den Diamanten bereitzustellen.

Viel Spaß beim Lesen !

Gewicht / Carat

Ein metrisches Karat (intern.: “Carat”) = 200 mg = 0,2 Gramm; dies entspricht: 5 ct = 1 Gramm

Die Gewichtseinheit Carat (Karat) geht auf die Samen des Johannisbrotbaumes zurück, gegen die Diamanten früher aufgewogen wurden. Heute wird das Gewicht aller Edelsteine in Karat gemessen, wobei sich international die Schreibweise “Carat” sowie dessen Abkürzung “ct” durchgesetzt hat.

Gemäß CIBJO wurde die Regel zur Angabe des ct-Gewichtes wie folgt formuliert: Das Gewicht von Diamanten ist in Carat mit mindestens zwei Dezimalen anzugeben; die internationale Abkürzung ist “ct”.

Obwohl man sich auf zwei Dezimalstellen geeinigt hat, findet man vielfach auch Angaben in 1/1000 ct – also auf die dritte Dezimale genau. Eine Aufrundung der zweiten Dezimalen ist hier aber nur zulässig, wenn die Dritte eine “9? ist: 0,998 = 0,99 ct / 0,999 = 1,00 ct .

Klein- und Kleinstbrillanten werden nach “Punkten” gemessen. Ein Punkt entspricht dabei 1/100 (0,01) ct. Die Bezeichnung “Halbkaräter”, “Karäter” etc. bezieht sich im Diamanthandel nicht nur ausschließlich auf das exakte Gewicht von 0,50 oder 1,00 ct, sondern beschreibt einen Gewichtsbereich, der wie folgt zusammengefaßt ist:

* Viertelkaräter 0,23 – 0,26 ct
* Halbkaräter 0,47 – 0,53 ct
* Dreiviertelkaräter 0,72 – 0,76 ct
* Karäter 0,95 – 1,03 ct

Innerhalb einer Gruppe haben Diamanten aber durchaus unterschiedliche Preise. In der Praxis kann ein Brillant gleicher Qualität bei nur 0,99 ct durchaus 10-15% preiswerter sein, als ein Brillant von 1,01 ct. Häufig kommen diese “Ausrutscher” jedoch nicht vor, da der Schleifer bemüht ist, ggf. zu Lasten der Proportionen (siehe: Schliff) einen Stein auf Gewicht zu Schleifen.

Des weiteren kann der jeweilige Karatpreis bei Steinen gleicher Qualität allerdings auch nicht gleich sein, da mit Zunahme der Größe auch die Seltenheit zunimmt.

Somit steigt der Preis bei zunehmender Größe nicht linear, sondern eher exponentiell.

Historische Diamanten

Der „Regent“
140,5 ct
Galerie d´Apollon
Louvre, Paris

Der „Blue Hope“
45,52 ct
Smithsonian Institute
Washington

„Tiffany“-Diamant
128,51 ct
Tiffany & Co
New York

Reinheit / Clearness

In Übereinstimmung mit den internationalen Vorschriften für die Reinheitsbestimmung des Diamanten sind alle Fotos dieser Seite mit 10-facher Original-vergrößerung aufgenommen.( Zum Vergrößern bitte auf die Photos klicken )

Lupenrein (loupeclean)

Gemäß CIBJO: Bei normalem Licht und zehnfacher Vergrößerung einer aplanatisch-achromatischen Lupe absolut transparent und frei von Einschlüssen. Gemäß IDC (Int. Diamond Council): Keine inneren Merkmale, die größer sein dürfen als ein punktförmiger Einschluss von fünf Mikron Größe bei gutem Helligkeitskontrast. In Grenzfällen gilt die Lupe als ausschlaggebend.

VVS (very very small inclusions)

Sehr sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr schwierig zu erkennen. Unterteilung in VVS 1 + VVS 2 ab Größen von o.47 ct (gem. CIBJO).

VS (very small inclusions)

Sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung schwierig zu erkennen. Unterteilung in VS 1+ VS 2 ab Größen von o.47 ct (gem. CIBJO).

Si (small inclusions)

Kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen;
durch das Oberteil nicht mit bloßem Auge sichtbar.

PI (Pique 1)

Einschlüsse, die mit bloßem Auge durch das Oberteil gerade noch – bei zehnfacher Vergrößerung sofort – zu erkennen sind und die Brillanzwirkung nicht beeinträchtigen.

PII (Pique 2)

Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge durch das Oberteil gut zu erkennen.

PIII (Pique 3)

Große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind und die Brillanz deutlich beeinträchtigen.

Farbe / Color

Die einzelnen Farben und Farbabstufungen wurden erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein System gebracht. Dieses wurde über die Jahrzehnte mehrfach überarbeitet und verändert wie auch einzelne Länder eigene Vorstellungen umsetzen wollten. Die heute gültige Farbvergleichstabelle gemäß CIBJO, GIA und IDC gilt seit 1979.

Im Gegensatz zu den naturfarbenen Diamanten (fancy colours: pink, blau, grün, orange, canary) kommen in der Natur Diamanten mit einer leichten bis stärkeren Gelbfärbung weitaus am häufigsten vor. Diese zusammen mit den farblosen Diamanten sind in erster Linie gemeint, wenn von der kommerziellen Farbgraduierung gesprochen wird.

Als Grundlage der Farbgraduierung dient ein genormter Farbvergleichssatz (“Gelbreihe”), der alle Farbstufen der Gelbreihe repräsentieren soll. Die Übergänge sind hierbei fließend, da Mutter Natur keine schematische Farbabgrenzung zulässt.

Eine exakte Farbgraduierung lässt sich hierbei nur unter der Berücksichtigung von bestimmten Faktoren vornehmen: Tageslicht-ähnliche Lichtquelle – Leuchtstoffröhren mit 5000 – 5500°Kelvin / ein genormter Farbvergleichssatz / eine farbneutrale Umgebung / Papierfalz und Arbeitsunterlage in genormten Weiß / Fähigkeit und Erfahrung im Graduieren / Lage des Brillanten beim Graduieren.

Neben zahlreichen Farbmessgeräten auf Basis fotometrischer Messungen hat sich das menschliche Auge als das beste und unbestechlichste “Instrument” erwiesen. Mechanische Geräte erreichen mittlerweile zwar ähnlich genaue Ergebnisse und werden gerne ergänzend verwendet – in der Breite der Einsatzmöglichkeiten ist das Auge nach wie vor überlegen.

Im Hinblick auf die feinen Farbunterschiede – und somit einhergehend entsprechende Preisunterschiede – ist eine qualifizierte Graduierung der Farbe nur an losen Diamanten durchführbar und reproduzierbar.

Schliff / Cut

Brillanten

Oval

Emerald

Neben zahlreichen Phantasieschliffformen soll im folgenden vom Feinschliff der Praxis die Rede sein: dem Brillanten.

Die Schönheit eines Diamanten im Brillantschliff liegt generell in seinen optischen Eigenschaften begründet. Vor allem die hohe Lichtbrechung und Farbzerstreuung unter Einhaltung der entsprechenden Winkelmaße (Brechungsgesetze) bringen die sogenannte Totalreflexion hervor, welche die Innenbrillanz bildet. Demzufolge wäre es naheliegend, neben der Schliffausführung auch die Proportionen zu bewerten.

Mit Ratifizierung der CIBJO-Bestimmungen von 1979 sollten dagegen fortan Proportionen nicht mehr bewertet, sondern nur noch als Werte festgehalten.

Navette

Princess

Symmetrie- und Politurmerkmale werden unter “Finish” zusammengefasst und von sehr gut bis gering bewertet. Das IDC (Intern. Diamond Council) und seine ihm angeschlossenen Labore (z.B.HRD) hat sich damals dieser Vorgehensweise nicht angeschlossen und bewertet auch weiterhin die Proportionen. Heute ist es durchgängig international üblicher Brauch, diese Bewertung gemäß der aktuellen Grenzwerte vorzunehmen. Da ein sehr gut proportionierter Brillant einen größeren Gewichtsverlust verursacht als ein “auf Gewicht” geschliffener, lag und liegt dieser Wert immer deutlich höher.

Tropfen

Herz

Im Ergebnis hat es viele Handelskonzerne wie auch zweifelhafte Anbieter mit phantasievollen Zertifikaten in den Markt gebracht, die gerne z.B. von “modernen Feinschliffen” reden : demzufolge würde gemäß Graduierung der Terminus ungenügende Proportionen immer noch einem modernen Feinschliff entsprechen.

Das diese Steine allerdings markante Einbußen bei der Brillanz haben und zudem praktisch immer im gefassten Zustand (nie lose) angeboten werden, wird dabei gerne verschwiegen!

Asscher

Radiant

Bei einem Einkaräter würde dies allein unter diesem Aspekt Preisunterschiede von bis zu 20% bedeuten. In wie weit sich das für einen “toten” Stein rechnet, muss jeder für sich beantworten. Immerhin kosten auch diese Steine ein paar tausend Euro!

Ein geschulter und geübter Fachmann ist immer in der Lage, seinen Kunden die entsprechenden Schliffunterschiede zu erklären und zu zeigen. Die Erfahrung zeigt : hat der Kunde den optischen Vergleich, wählt er subjektiv immer den einwandfreien Stein.

Das fünfte “C”: Vertrauen

Eines vorweg: Anbieter von Schmuck, speziell Diamantschmuck, gibt es fast schon wie “Sand am Meer” – vom klassischen Versender, über Einzelhandelskonzerne, Goldschmiede, dem traditionellen Juwelier bis hin zum Juwelier im Luxussegment. Bei losen Diamanten, hier speziell im Brillantbereich, wird die Zahl der Anbieter schon drastisch weniger. Verwundern kann dies nicht.

Schließlich ist der Diamant der am weitesten erforschte Edelstein mit einem äußerst umfangreichen wissenschaftlichen Anspruch. Allein die Anzahl von Fachliteratur und sich verändernde Grundlagen in Graduierungsfragen verlangt von einem kompetenten Anbieter, sich stets weiterzubilden, seine eigenen Graduierungstechniken und -gewohnheiten stets zu hinterfragen (will er nicht “Betriebsblind” werden), sowie den Markt der großen Handelsplätze (z.B. Antwerpen) in Bezug auf Preisentwicklungen zu beobachten.

Gleichwohl tummeln sich im Markt zahllose Anbieter, die sich das zu Nutze machen, was für den Verbraucher die Schwierigkeit ist: Sie benutzen zertifizierte und eingeschweißte Steine mit Zertifikaten unterschiedlichster Herkunft. Diese sollen dem Verbraucher die Sicherheit gewähren, nicht nur einen echten, sondern auch einen besonders “schönen” Stein erworben zu haben. Das nötige Fachwissen bringt der Kunde schließlich nicht mit. Die Frage ist: In wieweit haben dieses Fachwissen so manche Anbieter?

Wir haben uns mit den vorherigen Ausführungen über die 4 “C” (Gewicht / Farbe / Reinheit + Schliff) daher etwas mehr Mühe gemacht, ein wenig mehr Details in Sachen Diamant / Brillant darzustellen, sowie deren Auswirkungen auf die Graduierung und letztlich auch Preisfindung.
Grundsätzlich sei festgehalten:

– Der Endpreis für einen Stein hängt leider von sehr vielen, z.T. kleinsten Faktoren ab. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, gibt es keine identischen Steine. Selbst wenn es “nur” feinste Unterschiede im Schliff sind.

– Bei losen Steinen gleicher Qualitäten sind die ct-Preise in einer bestimmten Bandbreite – den sogenannten “Dumpingstein” gibt es nicht. Warum sind wohl die meisten “Angebote” praktisch ausschließlich im verarbeiteten Zustand zu finden – denn wer lässt diese Steine schon ausfassen und nachgraduieren?

Eine kleine Anregung : Probieren Sie doch einmal, einen vergleichbaren Stein wie im “Angebot” vom Anbieter zu gleichen Konditionen als losen Stein zu bekommen – Sie werden überrascht über den dann höheren Preis sein!

– Wer lose Steine (nicht eingeschweißt) als Einzelhändler zum Verkauf anbietet, muss jederzeit damit rechnen, dass diese gegengeprüft werden könnten. Eine Firma, die langjährig – mehrere Generationen wie in unserem Fall – im “Geschäft” ist und einen entsprechenden Stammkundenkreis hat, überlegt sich sehr genau, welche Qualitäten zu welchem Preis sie anbieten kann.

– Zertifizierte Steine sind grundsätzlich nicht verkehrt. Nur sollte der Anbieter dem Kunden auch die unterschiedliche Wertigkeit des jeweiligen Zertifikates zu anderen im Vergleich erklären – genauso wie dadurch entstehende Preisunterschiede. Ein eingeschweißter Stein ist nicht nachgraduierbar – man muss die angegebenen Daten hinsichtlich der Proportionen schon genau kennen, um selbst bei einem “sehr gut” bewerteten Stein am Ende keine Überraschung zu erleben.

Als Fachgeschäft mit langer Tradition leben wir von unseren Kunden. Ist er zufrieden, kommt er gerne wieder. Nur unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung funktioniert das nicht. Im Bereich der Diamanten verdienen auch wir (und unsere Mitarbeiter) u.a. unser Geld. Es ist aber keine Frage, dass wir immer bemüht sind, den jeweils besten Stein für unseren Kunden zu finden – egal um welchen Qualitätsbereich es geht und welche Preisvorstellung der Kunde hat. Nur zaubern können auch wir nicht!

Zertifikate

Der Diamant ist heute der am exaktesten zu bestimmende Edelstein der Welt. Sämtliche identitätssichernde Details der “4C” sind präzise vorgegeben, bzw. werden in ihren Bandbreiten abgestuft gewertet und in Expertisen (Zertifikaten) von unabhängigen Laboren bei Steinen über 0,47 ct ausgewiesen. Diese normierten Bestimmungen, Bezeichnungen und Hilfsmittel unter Wahrung der Anonymität und der Unabhängigkeit gegenüber Auftraggebern sichert so ein hohes Maß an Objektivität und Qualität.

Aber selbst unter der Vielzahl von Laborexpertisen gilt: Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat!

Im Zuge der Suche nach einheitlichen Normen für die Diamantgraduierung wurde 1935 in Amerika das Gem Trade Laboratory (GTL) durch das Gemmological Institute of America (GIA) gegründet und entwickelte das erste Graduiersystem der Welt. Dieses wurde Mitte der fünfziger Jahre offiziell eingeführt. In der Folge kamen viele weitere nationale Systeme (u.a. in Europa) hinzu, so dass es notwendig wurde, vereinheitlichende Richtlinien zu finden – zumal kommerzielle Aspekte nicht selten im Vordergrund standen! Im wesentlichen bildeten sich so drei Organisationen heraus, denen unter Anwendung ihrer Nomenklaturen die meisten Labore zugeordnet werden können. Diese sind:

GIA (Gemmological Institute of America)
– GTL (Gem Trade Lab) – USA
– Gübelin – Schweiz

IDC (International Diamond Council) Zusammenschluß von Diamantbörsen und Diamantschleifern
– HRD (Hoge Raad voor Diamant / Belgien)
– DPL (Diamant Prüflabor / Deutschland)

CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants, Perles et Pierres) gegr. 1961 – 19 Mitgliedsländer)
– DDI (Deutsches Diamant Institut / BRD)
– EGL (European Gemmological Institute)

Von den sonstigen Laboren, die nach eigenen Nomenklaturen arbeiten, darf hier das IGI (Inter-national Gemmological Institute) mit Sitz in Antwerpen und New York nicht unerwähnt bleiben. Es ist eines der wenigen kommerziell arbeitenden Labore und beginnt bei Zertifikaten bereits mit einem Steingewicht von 0,20 ct.

Wesentliche Unterschiede in den Nomenklaturen dieser drei Organisationen finden sich vor allem in der Bewertung (oder Nichtbewertung) der Proportionen, Einschlussgrößen (ab wann zu bewerten?) sowie der unterschiedlichen Sichtweise von äußeren Merkmalen und deren Berücksichtigung bei der Bewertung der Reinheit.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass einerseits das GIA an den Proportionen des “Tolkowsky-Diamanten” als ideale Proportionen festhält, andererseits aber Amerika auch Mitglied in der CIBJO ist, und deren Vorgaben seit 1979 schon längst ratifiziert haben müsste! Dort richten sich die Vorgaben in Sachen Proportion allerdings nach dem “Feinschliff der Praxis” von Eppler/1939.

Obwohl also eine Vereinheitlichung auf eine Nomenklatur weltweit wünschenswert wäre, zeigen sich eben hier spezifische Unterschiede, die international im Handel mit zertifizierten Steinen eine deutlich unterschiedliche Wertigkeit mit sich bringen kann.

Vor allen Dingen der Bereich “Lupenrein / VVS” sowie bei der Bewertung “sehr guter” Proportionen kann es hier zu markanten Preisunterschieden bei unterschiedlichen Zertifikaten kommen. Diese zu kennen, sollte bei einer umfassenden Beratung gerade in diesem höherwertigen Bereich selbstverständlich sein.

Diamanten als Wertanlage

Anmerkung

Gemäß gängiger Praxis bei Wertanlagen impliziert jede Form der Geldanlage eine entsprechende Rendite!
Je nach Risikobereitschaft kann die Erwartungshaltung unterschiedlich ausfallen; nur eine Rendite wird je nach Zeithorizont immer erwartet. Im Bereich der Diamanten ist die Sache etwas komplizierter.

Die Praxis

Es ist zur Unsitte gewisser Anbieter geworden, jeden Diamanten (hier vornehmlich Brillanten) als Wertanlage anzupreisen. Hauptsache er hat ein Zertifikat (siehe: 5. “C”). Geworben wird mit überragenden Gewinnaussichten und sogar mit Rücknahme zum gestiegenen Preis – versuchen Sie es nur nicht beim zweiten Mal, wenn Sie größer “eingestiegen” sind; der erste Versuch hat ja scheinbar so gewinnbringend geklappt. Die angebotenen Steine beginnen hier in der Größenordnung von 0.20 ct. Der Grund ist einfach : Laborexpertisen bekommt man erst ab dieser Größe (z.B. “IGI”). Und ohne Expertise keine Verkaufs-chance! Vor allen Dingen: Bekommen Sie keinen Schock, wenn Sie Vergleichspreise beim etablierten Juwelier erfragen – die könnten zu allem Überfluss viel niedriger sein!

Die Realität

Es gibt sie wirklich : Diamanten als Wertanlage!

Mit den gängigen, am Markt vertretenen Größen und Qualitäten haben diese nur wenig gemein. Leider schon gar nicht den Preis!

Die Natur hat mit dem Diamanten etwas einzigartiges geschaffen und sie läßt sich diese Schöpfung nur unter enormen Aufwand entreißen. Von allen weltweit geförderten Diamanten haben dabei nur 15 bis 20% Schmucksteinqualität, wobei die große Masse sich im unteren Qualitätsbereich ansiedelt. Für Serienschmuckproduzenten ist dennoch genug Material vorhanden. Größere Einzelkristalle, zudem in guter Reinheit und Farbe, sind nicht so häufig zu finden. Berücksichtigt man noch einen Materialverlust beim Schleifen von bis zu 60%, läßt sich erahnen, warum geschliffene Steine über 1 ct zunehmend seltener werden. Somit steigt mit zunehmender Seltenheit in der Kombination der 4 “C” auch der Wert.

Bereits unter dem Aspekt der Wertsicherung (Steine mit exellentem Schliff und Proportionen bei Hochfeinem oder Feinem Weiß mit hoher Reinheit ab o.25 / o.30 ct Größe) kommt zu der Freude, sich mit einem schönen Stück schmücken zu können, auch eine Wertstabilität, die rückblickend betrachtet, z.B. in einem 10-jahres Zeitraum, eher steigend ist.

Ab welcher Steinqualität/Größe nun der Bereich Wertsicherung in Richtung Wertanlage überschritten wird, kann nicht genau definiert werden.

Zwei Fakten sollten in diesem Zusammenhang allerdings nicht aus den Augen verloren werden:

1. Mit zunehmender Größe werden Diamanten immer seltener. Ein Einkaräter mag in Top-Qualität und Ausführung ja interessant sein; seltener sind aber nunmal zwangsläufig größere Steine. Das Beispiel aktuell bei 5-Karätern zeigt, das gar nicht genug Material am Markt ist, wie nachgefragt wird. Und größere naturfarbene Diamanten (z.B. blau + rosa) spielen seit jeher in einer eigenen Liga!

2. Für einen etwaigen Verkauf eines Diamanten von Privat gibt es keinen geregelten Markt. Ausschließlich große, seltene (und leider auch teure) Steine werden international über Auktionen veräußert. Über einen längeren Zeitraum in Privatbesitz ist hier eine Wertsteigerung überaus wahrscheinlich.